Sisyphus, Menschenfürst, nicht Despot
unsäglich Leidender, unverzagt,
göttlicher Schimmer umfängt dich
ohne Anmaßung
den Gipfel des Berges tritt dein Fuß nie
dein Ziel ist der Weg.
Das Lächeln auf deinem Antlitz nicht erstorben
mischt mit dem Schweiß sich des Unvermeidbaren
Im Hader nicht groß, liebt dich der Hades
doch deine Bestimmung liegt hier
Sisyphus
Dein Weg ist das Ziel.
Wie sehn uns wieder
wenn die Zeit
das Unglück überholt hat
wenn Hoffen und Warten
ihren Sinn bezeugen
durch Leiden sind wir dann
der Wahrheit ein Stück näher
neu schließt sich das Gefühl uns auf
des Lebens Quellen
brechen frisch hervor
und auf den Trümmern des Erlebten
siedelt
ein süßer Traum sich an
geboren aus vergangenem Scherz.
Verzweiflung, ungeliebtes Weggenosse
du Dämon, bist irdischer Natur du? Göttlich?
kann Trost, dein Widerpart, mich gar nicht mehr erreichen?
wie lieb ich sie, die Quellen der Erquickung!
das Impromtus, Choral aus tausend Pfeifen
zart die Berührung deiner Haut, Erwiderung
sprachlos. Das Wort nicht, das Entheiligende
noch weniger die rohe Tat.
verzicht im Jenseits nicht und auch nicht hier
Missverständnis, Urahn der Verzweiflung?
hab ich zuviel gesagt, es falsch getan?
wie übel mir, wenn ich die Folgen seh!
laß mich noch einmal dich berühren
den Irrtum tilgen, der unsere Seelen frisst.
wie lieb ich sie, die Quellen der Erquickung!
wer spielt die Orgel doch im Blätterlabyrinth?
vom Regenbogen zärtlich eingehüllt -
wer atmet mit mir Luft vom ersten Schöpfungstag
taucht in die Quell hinab und sieht nur Klarheit, Wahrheit
mit der Flöte du die Ton entlockst,
wortlos sein und tatlos, auf Feldern weich von Schleierkraut
vielleicht web lindenblütenreich ich Hoffnung mir
vielleicht leg meinen Leichnam ich vor jene Tür.
Spiel einmal mit die Weise noch
auf deiner Flöte aus Rosenholz
entfacht mir der Gedanken Funkenflug
vom Irdenen reißt mich fort
in Sternenferne
wie schwelgt ich einst im Schoß des Pan
verloren bin ich nun an ewge Gründe
hätt ich dein Antlitz nie geschaut
als lichter Ocker Schein die Züge streifte
hätt ich dies Stückchen Holz aus Rosen nie berührt
zu Asche nun zerstorben
was einst mich süß verlockte
entstellt die Züge nun
von schwerem ewgen Bann.
Wir feiern wieder Weihnacht heut
Und da wir alle christlich Leut
darf auch die Weihnachtsgans nicht fehlen
Ich will nun ferner nicht verhehlen,
dass schon der Karpfen in der Wanne zappelt
dieweil die Christmär einer runterrappelt
doch keiner traut sich an die Schlachtung
der Karpfen hechelt vor Verachtung.
Doch erst mal singen wir ein Lied, auch zwei
das Christkind innig sehnen wir herbei:
Es ist schon da in Form von riesigen Paketen
Papierumhüllt in Mustern von Tapeten
nun wird geraschelt und gestaunt
man gibt sich allerseits gutgelaunt
ein Glas Champagner hier und dort ein Weihnachtsküsschen
der Junior knackt mit seinem Milchgebiss die Nüsschen.
die Gans im Ofen schwitzt weihnachtlich nett
auf einer Schal von Fett hockt deprimiert ein Gansskelett.
Den Karpfen haben aus Mitleid kurzerhand
wir quicklebendig in das Tiefkühlfach verbannt.
Doch geb ich zu: so sitzen Neider zu Gericht
die Staatspension kennt solchen Luxus leider nicht!
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