celine rosenkind

Der See

Melancholie trieb mich an dein Ufer ,
eingehüllte Seele in Traurigkeit
Leere in mir,
Selbstverdammnis, Dunkelschmerz
Hände, nicht zu mir gehörend,
ließen Ufersand durch meine Finger rieseln.

Stille um dich herum
Stille auf deiner Oberfläche
nur Sonnenglanztanzen
Meditationsstimmung 

Gedankenlese haltend
warf ich einen Kieselstein in deine Mitte,
welcher kleine Kreise auslöste.

Gebannt erkenne ich -
mich in dir wieder,
beneide dich-
um diese Bewegung,
die ein kleiner Stein in dir auslöst .

Wunschdenken,
Sehnsuchtswünschen
nach einem Menschen,
der mir wieder Leben einhaucht.

Wann bin ich gestorben ------

wie lange bin ich schon tot?

Ich habe es gar nicht bemerkt!

© Celine Rosenkind


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Weihnachtseinkauf

Heute beim Geschenke kaufen
ist mir das Leid vor die Füße gelaufen
es steckte in einem Körper so klein
die Hautfarbe braun,
Augen groß und so rein.

Da, wo wir Menschen Schuhe tragen
umwickelte Füßchen in zerfetzten Laken
statt einer warmen Jacke
gehüllt in alte bunte Matte.

Ich hatte meinen Einkaufskorb
wie alle voll beladen
die Kinderhändchen waren leer
kein Geld was wegzutragen.

Dann trafen unsre Blicke sich
mitten in diesem Gewühl
wollt mich nicht wehren, konnt es nicht
da war, so viel Gefühl.

Ich schob meinen Einkaufskorb
aus der Warteschlange
parkte ihn am Spielzeugstand, wo das kleine Wesen stand
vor der großen Tanne.

In diesem kleinen Menschenskind
erkannte ich mich wieder
auch ich stand in der Weihnachtszeit
weit ab, im Herz ein wenig Neid,
wollt hörn die Weihnachtslieder.

Damals schwor ich mir im Herzen
Hände klein zur Faust geballt
stets zu lindern Not und Schmerzen,
dass kein Schrei im Wind verhallt.

Ohne Worte fand ich mich, an der Kasse wieder
die Kleine längst an meiner Hand,
ein leises Lächeln uns verband,
so mancher sah verständnislos
auf uns beide nieder.

So hab ich mir zur Weihnachtszeit
etwas geschenkt was ewig bleibt.

Ich wünsche allen Menschen,
dass sie ein bisschen teilen,
und wenn Ihr seht einmal das Leid,
dann bitte, lasst Euch nicht viel Zeit
morgen kann es schon Euch ereilen!

© Celine Rosenkind

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Der Bettler

Nun sitzt er wieder da,
wie jedes Jahr um diese Zeit,
am Straßenrand,
viel zu dicht am Verkehr.

In eine kleine weiche Decke gehüllt-
sein Hund an dessen Fell er sich
die blaugefrorenen Hände wärmt,
die streichelnd
über den warmen Körper zucken.

Hoffnugslosigkeit in seinen Augen,
neben ihm Habseligkeiten
in einem verbogenen Einkaufswagen,
dass Pappschild : "Ich habe Hunger",
vom Regen längst durchgeweicht.

Nicht beachtent fängt er
so manchen  Fußtritt sich ein,
verächtliches Tuscheln
geschäftiger Menschen ,
auf der Jagd nach Weihnachtsgeschenken.

In den Jackentaschen nestelnd,
findet er, eine verbeulte Zigarette,
einst achtlos wegeworfen von einem,
der es sich leisten kann.

So wie man ihn auch wegwarf schon vor Jahren,
er, der einst so stolz auf Job und Familie.
Seine Zeit schlagartig vorbei,
durch ein Blatt Papier, mit der Aufschrift,
  Kündigung.

Kündigung , ein Wort welches sein Leben zerstörte,
ihn ins nichts schleuderte,
hinauskatapultiert aus dem Leben der Seinen
die er einst liebte.

Nun sitzt er wieder am Straßenrand,
während die welche sich Menschen nennen,
verächtlich auf ihn herniederschauen,
regt sich Mitleid in
seinem Herzen!

Mit den Unwissenden, Überheblichen,
die es morgen auch treffen kann,
dieses unheilvolle Wort:
" Kündigung."

© Celine Rosenkind


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Auf der Suche

Ich hab dich in großen Kirchen gesucht
in Menschen mit schwarzen Talaren,
hab zu dir gebetet und dich auch verflucht
weil Tränen zu dir, umsonst so oft waren.

Ich war so klein und angstvoll mein Herz
doch sie sagten ich soll zu dir beten,
das Bänkchen war hart, meine Knie voller Schmerz
ich tat alles um mit dir zu reden!

Doch wunderte ich mich über die Pracht
in welcher du angeblich wohnst,
ich hatte oft Hunger und Angst in der Nacht
schlagende Hände haben mich nie verschont.

Dann wurde ich groß und begann zu denken
das konnte doch alles nicht sein,
ich versuchte meinen Kontakt zu dir selbst zu lenken
und plötzlich fühlte ich mich nicht mehr allein.

Ich las die Bibel unterm Kirschbaum im Garten,
betete leise zu dir ganz allein,
bekam stets Antwort auf all meine Fragen
musste nur still sein und hören in mich hinein.

Es begann eine Freundschaft und ein Vertrauen
dass immer mehr wuchs und gewachsen ist,
ich lernte durch dich ins Leben zu schauen,
zu verstehen das Leben und Liebe du bist.

Sie nennen dich Gott und beten in Kirchen
knien vor Figuren die dir angeblich ähnlich sind,
ich rede leise zu dir mit dem Herzen
und höre dich sagen , "auch du bist mein Kind."

Einst habe ich dich in Kirchen gesucht
in Menschen mit schwarzen Talaren,
verzeih mir wenn ich geschimpft und geflucht,
weil Menschen nicht aufrichtig waren.

Ich weiß jetzt,  du wohnst in der Natur,
dem Leben,  was du gegeben
so ist meine Kirche in Wald und Flur
das zu begreifen,  das nenne ich beten!

© Celine Rosenkind


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Die Brennessel

Es ist noch gar nicht lange her
da säte ich in meinem Garten,
Blumen bunt wie Lichtermeer
konnt`s blühen kaum erwarten.

Neugierig ging am Tag ich oft
zu diesem Fleckchen Erde,
hab jedesmal dabei gehofft,
dass meine Saat aufgehen werde.

Mit Pflänzchen bald schon übersät
Beweis , dass es was werde,
hab sie gegossen und gepflegt,
gedüngt den Boden der sie nährte.

Mitten drin in dieser Pracht
wuchs stolz und unbemerkt
im Schutz der Sonne und der Nacht
ein wildes Etwas ungestört.

Ich sah die Brennessel zu spät,
die meine Ordnung störte,
der Wind hatte sie wohl gesät
ihr Stolz mich arg betörte.

Hab sie nur aus Versehen berührt
was schmerzvoll ich bereute,
sie hat sich ehrenvoll gewehrt
mir weh zu tun sie nicht scheute.

Wütend und zornig beschloß ich spontan,
ihr nun den garaus zu machen
stolz und unschuldig sah sie mich an
erinnerte mich an manche Sachen.

Ich musste an all die Menschen denken
denen ungewollt auch ich tat weh,
mir weiter ihre Freundschaft schenkten,
die niemals zornig sagten: “Geh!“

In diesem Moment habe ich begriffen,
was wahre Freundschaft wirklich ist,
nie um Verzeihung betteln müssen,
auch wenn man mal die Regeln vergißt.

Nun sah ich die Nessel mit anderen Augen
hab ihr das Brennen längst verziehn,
weil auch solche Planzen etwas taugen
eigene Fehler durch die “Blume“ zu sehn!

copyright Celine Rosenkind

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Fantasie

Ein Mensch der keine Träume hat
und arm an Fantasie
ist leblos gar wie welkes Blatt
und ohne Harmonie!

Er ist ein Skeptiker stets zweifelnd
an allem Schönen was er schaut
in stetem Widerspruch ereifert
er jeden der an Wunder glaubt!

Wenn andre über Träume reden
verzieht er grinsend das Gesicht
er würde niemals zu es geben
wie sehr er diese doch vermisst!

Und Märchen gar von Feen und Elfen
er sagt nur stets wie dumm das sei
dem armen Kerl ist nicht zu helfen
so lebt am Leben er vorbei.

Wird nie in Kinderaugen schauen
die strahlen so verträumt und klar
im Dünensand nie Burgen bauen
nicht Meeresrauschen nehmen wahr.

Die Liebe ist ein Ammenmärchen
wer daran glaubt ist selber schuld
versteht auch nicht die Liebespärchen
die kosen noch zu später Stund.

Er sieht den Mond nicht und die Sterne
übt Selbstverzicht im Erdenglück
doch kommt der Tag da dreht er gerne
sein ganzes Leben schnell zurück!

Dann hat das Alter ihn erreicht
er sitzt  allein mit weißem Haar
und keine liebe Hand ihn streicht
weil immer er der  Kluge wahr.

© Celine Rosenkind